Tschechische Gesetze erlauben es, zu Hause legal maximal drei Pflanzen anzubauen und gleichzeitig höchstens 100 Gramm getrocknetes Cannabis in der Wohnung zu besitzen. Es ist nachvollziehbar, dass sich viele angehende Züchter fragen, wie viel Cannabis sie von einer Pflanze ernten. Die Wahrheit ist, dass die Antwort bei Weitem nicht so einfach ist, wie es sich die Gesetzgeber vorstellen würden. Cannabis ist eine unglaublich vielseitige Art, und die Unterschiede bei der Ernte zwischen einzelnen Pflanzen können enorm sein. Es hängt von der Sorte, der Anbaumethode, den Bedingungen und vielen weiteren Faktoren ab.
Es liegt nahe, dass die Größe der Pflanzen einer der Hauptfaktoren ist, die den Ertrag beeinflussen. Die maximale Wuchshöhe der Pflanzen ist genetisch bedingt, aber allgemein gilt: Je mehr Platz die Wurzeln haben, desto stärker wachsen sie. Deshalb kann Cannabis, das draußen im Freiland angebaut wird, tatsächlich majestätische Ausmaße erreichen, und es kommt leicht vor, dass an einer Pflanze um ein Vielfaches mehr getrocknete Blüten wachsen, als die erlaubte Menge beträgt. Indoor angebautes Cannabis erreicht in der Regel nicht solche Dimensionen, und die Ernte von einer Pflanze bewegt sich gewöhnlich im Bereich von Dutzenden bis Hunderten Gramm getrockneter Blüten.
Das Aussehen und die Struktur von Cannabispflanzen werden durch die von den Eltern vererbten Gene beeinflusst. Sativa-Sorten sind langgezogen, mit weit auseinanderliegenden Nodi (Knoten), und haben meist eher lockere Blüten. Reine Indicas hingegen sind niedriger, mit kompakteren Buds und kürzeren internodalen Abständen. Die Häufigkeit und Kompaktheit der Blüten wirkt sich auf den Ertrag aus. Es ist offensichtlich, dass sich von einer buschigen Pflanze mit vielen Seitenzweigen mehr ernten lässt und lockere Buds weniger wiegen als solche, die hart wie Stein sind. Die meisten modernen Sorten sind Hybriden aus Indicas und Sativas, dennoch behalten viele von ihnen einige charakteristische morphologische Eigenschaften bei.
Kush-Sorten: Kush ist für sein markantes Terpenprofil bekannt, doch das exklusive Aroma wird mit einer Blütenstruktur erkauft, die eine längliche, dreieckige Form hat und bei einigen Kultivaren recht locker sein kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir keinen Kush mit schöner Bud-Struktur finden würden; einen Versuch wert sind auf jeden Fall Strawberry Lemonade (Barney’s Farm) mit einem atemberaubenden Zitrusaroma, die raue Delikatesse im modernen Gewand Zombie Kush (Ripper Seeds) oder die süße Bubba Kush (HiSeeds).
Cookies (Girl Scout Cookies, GMO, Thin Mint GSC): Der Ursprung der Sorte, die vor Jahren Amerika eroberte, bleibt bis heute ein Rätsel. In den letzten Jahren ist sie jedoch eine der am intensivsten gezüchteten Sorten, aus der nicht wenige Klassiker hervorgegangen sind, die Wettbewerbe gewinnen. Neben ihrem charakteristischen Terpenprofil vererbt sie auch die Struktur der Blüten, die außergewöhnlich kompakt sind. Es ist schwer, unter all den „Cookie“-Strains den besten auszuwählen, aber zu unseren Favoriten gehören Gelato, Wedding Cake oder das ursprüngliche Cookies.
Critical: Die legendäre Sorte aus der Feder von Mr. Nice Seeds (Critical Mass) gehört zu den holländischen Klassikern. Der ursprüngliche Kreuzungspartner aus Skunk #1 und einer Landrasse-Afghani zeichnete sich durch enorme Erträge und eine kurze Blütezeit aus. In den folgenden Jahren wurde Critical für Züchter zu einem Werkzeug, um ihren Kultivaren mehr Ertrag zu verleihen. Erwähnenswert sind zum Beispiel die robuste Criminal+ (Ripper Seeds) oder die selbstblühende Critical+ Auto (Silent Seeds).
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Faktoren, die den Ertrag von Pflanzen beeinflussen
Genetik und Anbauort sind bei Weitem nicht das Einzige, was beeinflusst, ob die angebauten Pflanzen ihr genetisches Potenzial ausschöpfen. Wichtig ist auch, ob sie im Laufe ihres Lebens alles bekommen, was sie für ein kräftiges Wachstum brauchen. Die wichtigsten Umweltfaktoren, die den Ertrag beeinflussen, sind:
Licht: Cannabis gedeiht in direktem Sonnenlicht, und je mehr Lichtenergie es erhält, desto stärker wächst es. Natürlich nur, wenn es genügend Nährstoffe und Wasser hat. Beim Anbau im Freien ist es am besten, wenn die Pflanzen an einem Ort stehen, an dem die Sonne den ganzen Tag scheint. Indoor-Grower können zwischen Dutzenden Arten von Pflanzenbeleuchtung wählen, von einigen Watt starken Panels für Sämlinge bis hin zu leistungsstarken LED-Panels, deren Leistung dem Mittagssonnenlicht entspricht. Mit ihnen lassen sich auch Hunderte Gramm pro Quadratmeter Anbaufläche ernten.
Wasser: Ohne ausreichend Wasser wächst die Pflanze nicht, aber Überwässerung kann ebenso gefährlich sein wie Trockenheit. Beim Anbau in Töpfen ist es notwendig, für einen guten Abfluss zu sorgen, damit das Wasser nicht an den Wurzeln stehen bleibt und die Pflanze atmen kann. Freilandpflanzen kommen meist mit natürlichen Niederschlägen aus, aber während trockener Perioden muss regelmäßig gegossen werden, idealerweise morgens oder abends. Beim Indoor-Anbau ist es wichtig, auch die Luftfeuchtigkeit zu beobachten – eine zu niedrige stresst die Pflanze und bremst das Wachstum, während eine zu hohe die Entstehung von Schimmel begünstigen kann.
Temperatur: Der optimale Temperaturbereich für das Wachstum von Cannabis liegt tagsüber zwischen 22–28 °C und nachts zwischen 18–22 °C. Bei höheren Temperaturen drohen Überhitzung und Wachstumsverlangsamung, während zu niedrige Temperaturen den Stoffwechsel der Pflanze stoppen können. Outdoor-Grower können daran wenig ändern, aber indoor lässt sich die Umgebung gut mithilfe von Belüftung, Frischluftzufuhr und Klimaanlage regulieren. Eine stabile Temperatur ohne Schwankungen wirkt sich direkt auf Vitalität und Ertrag aus.
Ernährung: Wie jede andere Pflanze braucht auch Cannabis für sein Wachstum ausreichend Nährstoffe. Die Grundlage bilden drei Hauptelemente – Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) – die in unterschiedlichen Verhältnissen während des Wachstums und der Blüte zum Einsatz kommen. In der Wachstumsphase braucht die Pflanze mehr Stickstoff, während sie in der Blütephase eher Phosphor und Kalium benötigt. Neben diesen Makroelementen ist auch eine ausreichende Menge an Mikroelementen wie Kalzium, Magnesium oder Eisen wichtig. Eine Überdüngung kann der Pflanze jedoch eher schaden, deshalb lohnt es sich, hochwertige, direkt für Cannabis bestimmte Düngemittel zu verwenden und sich an die empfohlene Dosierung des Herstellers zu halten.
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Techniken und Verfahren, die den Ertrag von Pflanzen beeinflussen
Cannabis-Grower nutzen unzählige Techniken, um den Ertrag der Pflanzen zu beeinflussen. Am häufigsten geht es um verschiedene Methoden der Pflanzenerziehung, wie Beschneiden, Anbinden oder Biegen. Auch die Dauer der einzelnen Phasen des Anbauzyklus hat Einfluss auf die Menge des geernteten Cannabis.
Beschneiden der Spitzen – Topping: Die meisten Grower schneiden den Pflanzen während des Anbauzyklus mindestens einmal oder mehrmals die Spitzen ab. Das liegt daran, dass Cannabispflanzen, wenn man sie sich selbst überlässt, in Form eines Weihnachtsbaums mit einem Haupttrieb wachsen. Wird während der vegetativen Phase der Haupttrieb abgeschnitten, entstehen an seiner Stelle vier neue, und entsprechend auch bei jeder weiteren abgeschnittenen Spitze.
LST (Low Stress Training): Verschiedene Techniken des Anbindens, Biegens und Brechens werden in der Regel eingesetzt, um die Anbaufläche beim Indoor-Anbau zu maximieren. Zu den beliebten Methoden gehört SCRoG (Screen of Green), bei der die Pflanzen in Netze eingearbeitet werden, um einen gleichmäßigen Bestand zu erhalten.
Dauer des vegetativen Wachstums: Die Dauer der vegetativen (Wachstums-)Phase hat einen entscheidenden Einfluss auf die endgültige Größe und den Ertrag der Pflanze. Je länger die Pflanze in der vegetativen Phase bleibt, desto stärker wächst sie und bildet ein kräftigeres Wurzelsystem sowie eine größere Krone aus. Indoor-Grower können die Wachstumsdauer durch die Einstellung des Lichtzyklus beeinflussen (in der Regel 18 Stunden Licht pro Tag), während Outdoor-Pflanzen sich nach der natürlichen Tageslänge richten.
Selbstblühende Sorten: Autoflowering-Sorten sind in der Regel kleiner als ihre photoperiodischen Schwestern. Das kann von Vorteil sein, wenn das Ziel darin besteht, die Erträge in Grenzen zu halten, etwa beim Anbau im Freien. Andererseits lassen selbstblühende Pflanzen nicht viel Spielraum für Fehler, und wenn sie in den ersten Wochen nicht wachsen, liefern sie keine besonders große Ernte.
Wie Sie sehen, hängt der Ertrag einer einzelnen Cannabispflanze von einer ganzen Reihe von Faktoren ab – von der genetischen Grundlage über die Umgebung bis hin zur Erfahrung des Growers. Jede Pflanze ist anders, und mit ein wenig Pflege, Geduld und der richtigen Technik kann sie selbst Anfänger überraschen. Wenn Sie mehr über einzelne Sorten, Anbaumethoden oder Wissenswertes aus der Welt des Cannabis erfahren möchten, schauen Sie sich den HiSeeds-Blog an.
