Können Sie abends nicht einschlafen, wachen Sie nachts auf und fühlen Sie sich morgens unausgeschlafen? Wissen Sie, dass Sie damit nicht allein sind. Schlafprobleme haben bis zu einem Drittel der Erwachsenen. Vielleicht kann Cannabis Ihnen helfen. Wir erklären, wie Cannabis den Schlaf beeinflusst, und empfehlen die besten Sorten, die sich bei Schlafproblemen bewährt haben.
In der traditionellen Heilkunde wurde Cannabis seit jeher unter anderem auch zur Behandlung von Schlaflosigkeit verwendet, vor allem in Form von Aufgüssen. Die moderne Wissenschaft betrachtet Cannabis als Schlafmittel vor allem unter dem Gesichtspunkt der Wirkstoffe. Cannabinoide und einige weitere in Cannabis enthaltene Stoffe wurden in den letzten Jahrzehnten wiederholt gerade im Hinblick auf ihre Wirkung auf den Schlaf untersucht.
Hilft Cannabis beim Schlafen? Was sagt die Wissenschaft …
Nach allgemeiner Auffassung ist Cannabis ein zuverlässiges Mittel gegen schlechten Schlaf. Aber ist das wirklich so? Wissenschaftliche Studien beschreiben, dass THC, CBD und einige minoritäre Cannabinoide den Schlaf positiv beeinflussen können. Allerdings ist der Wirkmechanismus nicht immer gründlich erforscht, und einige Cannabinoide können den Schlaf langfristig auch negativ beeinflussen.
THC und Schlaf
THC (Tetrahydrocannabinol) ist das wichtigste psychoaktive Cannabinoid in Cannabis, und sein Einfluss auf den Schlaf ist am besten erforscht. Aus den Ergebnissen einiger Studien geht hervor, dass THC vermutlich schnelleres Einschlafen unterstützt und mit einer subjektiven Verbesserung des Schlafs in Verbindung gebracht wird. Es hat jedoch auch Nachteile. Es zeigte sich, dass der Konsum von THC die REM-Phase unterdrückt und die Schlafarchitektur verändern kann. Problematisch ist auch, dass sich bei langfristigem Gebrauch eine Toleranz entwickelt und nach dem Absetzen häufig Schlafstörungen auftreten.
In klinischen Studien wird THC häufig mit CBD kombiniert, wobei es Studien gibt, in denen diese Kombination positive Wirkungen zugeschrieben werden, aber auch solche, in denen ein negativer Einfluss beobachtet wurde. Es scheint also, dass THC bei kurzfristigen Schlafproblemen helfen kann, bei langfristigem Gebrauch jedoch einen gesunden Schlaf behindern kann.
CBD und Schlaf
Im Gegensatz zu THC ist CBD (Cannabidiol) nicht psychoaktiv, seine Auswirkungen auf den Schlaf sind jedoch etwas weniger eindeutig. Einige Studien deuteten zwar auf ein anxiolytisches und sedierendes Potenzial von CBD hin, doch bislang wurde nicht nachgewiesen, ob dieses Cannabinoid einen direkten Einfluss auf den Schlaf hat. Einige Arbeiten deuten zwar darauf hin, dass CBD die subjektive Schlafqualität verbessern kann, insbesondere in höheren Dosen. Allerdings fand eine Reihe randomisierter Studien keinen signifikanten Effekt von reinem CBD im Vergleich zu Placebo.
Hinzu kommt, dass es im Gegensatz zu THC keine Belege dafür gibt, dass eine langfristige Einnahme von CBD den Schlaf schädigt. Es ist daher fair zu sagen, dass CBD manchen Menschen unter bestimmten Umständen bei Schlafproblemen Linderung verschaffen kann, seine klinische Wirksamkeit jedoch bislang nicht nachgewiesen wurde.
Minoritäre Cannabinoide und Schlaf
Als minoritär bezeichnen wir mehr als hundert Cannabinoide, die in Cannabis in deutlich geringeren Konzentrationen als THC und CBD vorkommen. Im Zusammenhang mit Schlaf wird am häufigsten über CBN (Cannabinol) gesprochen, das durch Oxidation von THC entsteht und oft als nicht psychoaktives „Schlaf-Cannabinoid“ bezeichnet wird. Für diese Behauptungen finden sich jedoch nicht allzu viele klinische Belege.
Die besten Cannabissorten bei Schlafproblemen
Unter Cannabisliebhabern ist es üblich, Cannabissorten in Sativas und Indicas zu unterteilen, wobei Sativa-Sorten als anregend gelten und Indicas eher beruhigende Wirkungen zugeschrieben werden. Viele Fachleute sind jedoch der Ansicht, dass hinter den unterschiedlichen Wirkungen von Cannabissorten nicht so sehr ihre Herkunft steht, sondern vor allem die Terpene. Diese aromatischen Stoffe, die den verschiedenen Sorten ihr einzigartiges Aroma verleihen, können nämlich wahrscheinlich die Wirkung von Cannabinoiden beeinflussen. Zu den Terpenen, denen am ehesten schlaffördernde Wirkungen zugeschrieben werden, gehören Myrcen, Linalool und β-Caryophyllen.
Myrcen gehört zu den häufigsten Terpenen in Cannabis, und sein Duft wird als moschusartig und erdig beschrieben. Für Myrcen in Cannabis werden am häufigsten sedierende und entspannende Wirkungen beschrieben. Zu den myrcenreichen Sorten, denen schlaffördernde Wirkungen zugeschrieben werden, gehören Blue Dream, Purple Punch oder Skunk #1.
Linalool ist ein in der Natur weit verbreitetes Terpen, das neben Cannabis zum Beispiel auch in Lavendel und Basilikum vorkommt. Von allen Terpenen in Cannabis wird gerade Linalool am häufigsten wegen seiner anxiolytischen und sedierenden Wirkungen erwähnt. Ätherische Öle, die reich an Linalool sind, werden in der Aromatherapie gegen Schlaflosigkeit, Angst und Depression eingesetzt. Zu den linaloolreichen Sorten, denen schlaffördernde Wirkungen zugeschrieben werden, gehören Kosher Kush, Do-Si-Dos und Cookies.
β-Caryophyllen ist ein Terpen mit pfeffrig-würzigem Aroma, für das die Fähigkeit nachgewiesen wurde, an CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems zu binden. Das bedeutet, dass β-Caryophyllen theoretisch in gewissem Maße ähnlich wie Cannabinoide wirken kann. β-Caryophyllen gehört zu den komplexeren Sesquiterpenen. Es ist daher stabiler und bleibt in getrocknetem Material länger erhalten als flüchtige Monoterpene. Zu den β-caryophyllenreichen Sorten, denen schlaffördernde Wirkungen zugeschrieben werden, gehören Gorilla Glue #4, Bubba Kush und OG Kush.
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Abschließend müssen wir betonen, dass auch wenn einige Cannabissorten häufig als geeignet zur Unterstützung des Schlafs bezeichnet werden, solchen Aussagen mit einer gewissen Zurückhaltung begegnet werden sollte. Wissenschaftliche Studien konzentrieren sich nämlich meist auf die Wirkungen einzelner Cannabinoide, Terpene oder des gesamten chemischen Profils von Cannabis, nicht auf konkrete kommerzielle Kultivare. Für konkrete Sorten haben wir daher nicht genügend hochwertige klinische Belege.
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Quellen:
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