So mancher Grower behauptet, dass gerade sein Anbau alle anderen übertrifft. Worin besteht jedoch die wahre Qualität von Cannabis? Der Cannabinoidgehalt, das Aussehen oder das Terpenprofil sind sicherlich wichtig, verraten Ihnen aber keineswegs alles. Das Wesentliche steckt in den Details. Wer lernen möchte, die Qualität von Cannabis wie ein Profi zu beurteilen, muss lernen, es mit anderen Augen zu betrachten als ein gewöhnlicher Konsument.
Bei der Auswahl eines hochwertigen Weins hilft Ihnen ein Sommelier. Er muss nicht nur Herkunft und passende Kombinationen kennen, sondern auch jeden verborgenen Mangel des ausgewählten Weins sofort erkennen. Ähnlich verhält es sich mit Cannabis. Ein echter Experte achtet nicht nur auf Herkunft, Geruch oder Stärke, sondern beurteilt bei jeder Probe eine ganze Reihe von Details. Diese geben Aufschluss über mögliche Mängel beim Anbau, bei der Verarbeitung oder bei der Lagerung der Probe.
Was Sie bei der Beurteilung von Cannabis beachten sollten
Schlechte Blütenstruktur: Das allgemeine Aussehen und der Aufbau der Blüten verraten Ihnen vieles, vor allem, ob die Blüten von einer gesunden Pflanze stammen. Wurde die Pflanze richtig angebaut und hatte sie ausreichend Nährstoffe und Licht, sollten die Blüten gut entwickelt, kompakt und frei von offensichtlichen Mängeln sein. Blüten von Pflanzen, die unsachgemäß oder unter ungeeigneten Bedingungen angebaut wurden, sind dagegen häufig locker, blass und wenig kompakt.
Unreifes Cannabis: Zu früh geerntetes Cannabis kann zwar angenehm duften und mit Harz bedeckt sein, enthält jedoch bei Weitem nicht so viele Cannabinoide und Terpene wie Cannabis, das auf dem Höhepunkt seiner Reife geerntet wurde. Die beste Möglichkeit, unreifes Cannabis zu erkennen, besteht darin, die Köpfe der Trichome aus der Nähe zu betrachten – kleine Drüsen auf der Oberfläche der Blüten. Diese sind am besten mit einer Lupe mit mindestens 30-facher Vergrößerung oder mit einem Makroobjektiv einer Kamera zu erkennen. Bei unreifen Blüten sind die meisten Trichomköpfe durchsichtig, während reife Trichome milchig-trüb sind. Überreife Trichome haben eine bernsteinfarbene Färbung.
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Bananen: Cannabis neigt zur Zweigeschlechtlichkeit, weshalb sich während der Blüte manchmal kleine männliche Blüten an den weiblichen Blüten bilden können. Diese haben die Form einer kleinen Banane und setzen beim Öffnen eine geringe Menge männlichen Pollens frei, was zur Bildung von Samen führen kann. Blüten mit Samen haben nicht nur einen deutlich schlechteren Geschmack, sondern enthalten auch weniger Cannabinoide und Terpene. Wenn Sie daher an einer zu beurteilenden Probe männliche Blüten entdecken, sollten Sie aufmerksam werden und das Innere der Blüten gründlich untersuchen, um festzustellen, ob sich darin Samen befinden.

Schlecht getrimmte Blüten: Wirklich hochwertiges Cannabis erkennen Sie unter anderem an einem perfekten Trimm. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass das Entfernen von Blättern lediglich eine kosmetische Angelegenheit ist, trifft das Gegenteil zu. Selbst das kleinste Blatt an einer Blüte verleiht dem Cannabis beim Rauchen einen unangenehm bitteren Beigeschmack.
Altes Cannabis: Auch wenn die Blüten dunkel und kühl gelagert werden, halten sie nicht ewig. Die meisten Sorten schmecken und duften einige Monate bis zu einem halben Jahr nach der Ernte und Trocknung am besten. Cannabis, das älter als ein Jahr ist, hat wahrscheinlich einige Terpene verloren, und ein Teil des darin enthaltenen THC wurde zu CBN abgebaut. Lange gelagertes Cannabis erkennen Sie an seiner goldbraunen Färbung und einem leicht säuerlichen, abgestandenen Geruch. Frisches Cannabis weist dagegen ein ausgeprägtes Terpenprofil und eine gesunde grüne Farbe auf.
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Schimmeliges Cannabis: Jede Spur von Schimmel sollte für Sie ein Warnsignal sein. Von Grauschimmel (Botrytis) befallene, faulende Blüten haben häufig eine ungewöhnlich dunkle Farbe und verströmen einen unangenehmen Geruch. Wenn Sie einen Befall vermuten, brechen Sie die Blüte auf und sehen Sie ins Innere. Finden Sie im Bereich der Stiele graue oder rötliche Spuren, handelt es sich wahrscheinlich um Fäulnis. Echter Mehltau, der wie weißer Staub aussieht, befällt vor allem die Blätter. Auf getrockneten Blüten ist er daher selten zu finden. Wenn Sie weiße Schimmelspuren auf den Blüten entdecken, deutet dies auf einen tatsächlich schweren Befall hin. Denken Sie daran, dass Sie sich durch das Rauchen oder den Konsum von schimmeligem Cannabis einem ernsthaften Gesundheitsrisiko aussetzen.
Insekten oder andere Verunreinigungen: Einige Insektenarten leben in den Blüten oder legen dort ihre Eier ab, und es versteht sich von selbst, dass ein totes Insekt das Cannabis-Erlebnis nicht gerade verbessert. Auch Staub kann die Qualität von Cannabis erheblich beeinträchtigen. Das ist vor allem bei Pflanzen ein Problem, die im Freien in einer dauerhaft staubigen Umgebung angebaut werden. Staubige Blüten brennen häufig schlecht, schmecken weniger gut und lassen sich schwerer zu reinen Extrakten verarbeiten. Viele Experten sagen, dass sich die Reinheit von Cannabis am besten an der Farbe der Asche nach dem Anzünden erkennen lässt. Ist die Asche hell und fühlt sie sich beim Zerreiben zwischen den Fingern nicht rau an, ist das Cannabis sauber. Dunkle und raue Asche ist dagegen ein Zeichen für Verunreinigungen.
Über Nacht wird niemand zum Cannabis-Experten. Um die erforderliche Erfahrung zu sammeln, müssen häufig Tausende von Proben verkostet werden, was viele Jahre dauern kann. Und nicht nur das. Ein echter Kenner sollte auch mit der Geschichte von Cannabis und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über diese bemerkenswerte Pflanze bestens vertraut sein. Wenn Sie mehr erfahren möchten, folgen Sie unserem HiSeeds-Blog, in dem wir regelmäßig Informationen aus der Welt des Cannabis veröffentlichen.
